Die österreichische Regierung hat eine umfassende Reform des nationalen Glücksspielrahmens genehmigt und damit das Staatsmonopol von Casinos Austria beendet. Die aktualisierte Gesetzgebung führt ein offenes Lizenzierungsregime für Online-Glücksspielanbieter ein, wobei nicht lizenzierte Betreiber ihre Aktivitäten bis zum 1. Januar 2027 einstellen müssen.
Private Unternehmen können unter den neuen Regeln um Betriebslizenzen bewerben, sofern sie ein Mindestkapital von 10 Millionen Euro vorhalten. Bewerber müssen zudem nachgewiesene Geldwäschebekämpfungsverfahren und etablierte Spielerschutzprotokolle implementieren. Das Lizenzierungsverfahren bleibt bis zum Ende der Übergangsfrist offen.
Marktaufsicht und Spielerschutz
Die Behörden planen, nicht autorisierte Plattformen durch koordinierte finanzielle und technische Maßnahmen einzuschränken. Banken müssen Transaktionen an nicht konforme Betreiber blockieren, während Zahlungsnetzwerke wie Visa und PayPal ihre Dienstleistungen für diese Unternehmen beenden müssen. Cloud-Anbieter und Suchmaschinen werden ebenfalls dabei helfen, den Zugang zu nicht lizenzierten Websites zu blockieren.
Die Gesetzgebung führt obligatorische Einzahlungslimits ein, mit einer wöchentlichen Obergrenze von 250 Euro für Spieler im Alter von 18 bis 26 Jahren und einer monatlichen Obergrenze von 1.680 Euro für Personen über 26 Jahren. Nach 90 Minuten ununterbrochenem Spielen werden Spielpausen durchgesetzt, die Intervalle zwischen Slot-Spins werden auf zwei Sekunden erhöht und der maximale Einsatz pro Spin wird auf 5 Euro gesenkt.
Zudem wird ein zentrales Register für die Selbstsperre eingerichtet. Um die Wettbewerbsfähigkeit lizenzierter Plattformen zu verbessern, wird das bestehende Verbot von Jackpot-Preisen aufgehoben.
Der Gesetzentwurf wurde zur öffentlichen Prüfung veröffentlicht. Diese Aktualisierung stellt die bedeutendste Änderung der österreichischen Glücksspielvorschriften in 26 Jahren dar.